Unterstützung für den Dharma und die Dharma - Übersetzer

Ein Beitrag von Jürgen Manshardt für diese Website

Es wäre schön, wenn der Dharma immer kostenlos zur Verfügung steht. Da es aber - im Gegensatz zu Asien und alten Zeiten - nur wenige Sponsoren gibt, die z.B. die Übersetzungen finanzieren, kann ich auch Dharma - Einrichtungen verstehen, die Geld für ihre Aufwendungen nehmen. Insofern geht es in meinen Augen mehr darum, Leute zu finden, die die Dharma - Zentren /Übersetzer / Übersetzungen / Dharma - Verlage großzügig zu unterstützen. Jürgen Manshardt “

Freigebigkeit als eine von 6 Arten der Vollkommenheiten eines Bodhisattva bzw. bei denen, die noch nicht in den Pfad eingetreten sind; die Freigebigkeit der 6 Tugenden. Wobei die Freigebigkeit wiederum in 4facher Weise des Gebens unterteilt wird.

Das Geben kommt auch schon in der Zufluchtnahme vor, welche für mich meist die 1.Handlung des Tages ist und die letzte des Abends. Bekennt man sich zu den 4 Siegeln-diese sind im Einzelnen:

  1. Alle Produkte sind unbeständig
  2. Alles Befleckte ist leidhaft
  3. Alle Phänomene sind leer und ohne Selbst
  4. Nirvana ist endgültiger Frieden

ist man von der Anschauung her ein Buddhist, was nichts anderes als Übender bedeutet. Aus dieser Sichtweise heraus setze ich mich immer wieder mit den Worten der Zufluchtnahme auseinander. So wie es immer wieder von den Lehrern und Nonnen zu Beginn der Unterweisungen und Retreats erläutert wird, um eine gute Motivation für die Handlungen des Tages hervorzubringen.

Und aus meiner Erfahrung heraus erläutern sie dies mit soviel Liebe und Hingabe im Herzen. Das ist so ein wunderbares und kostbares Geschenk. Was mache ich also, nachdem ich die Worte “…möge ich durch das Geben und der anderen Vollkommenheiten…” gesprochen habe? Versuchen dies im Alltag anzuwenden, zu üben!

Buddhas Lehren sind so rein und haben selbst nach 2500 Jahren ihre Essenz behalten. Das der Dharma so bis in die heutige Zeit überliefert werden konnte und wird, dafür bin ich unendlich dankbar.

Wenn man sich auf den Weg macht, gibt es viele Möglichkeiten sich mit der Lehre auseinander zu setzen. Bücher, elektronische Medien. Aber vor allem wird der Dharma vielerorts in Zentren,aber auch Klöstern hier im Westen, authentisch durch die Nonnen und Mönche und durch Gelehrte, welche eine langjährige Ausbildung in den Klöstern durchlaufen haben,vermittelt. Durch ihre Lebensweise und Ihren unermüdlichen Einsatz ist es so für uns möglich den Dharma auch zu spüren, zu erleben, begreifbar zu machen, ihn mit all unseren Sinnen zu erfassen.

Mittlerweile gibt es auch sehr gut ausgebildete westliche Lehrer, welche meist in Buddhistischen Zentren lehren und unterrichten. Oft sind diese Lehrer auch gleichzeitig Übersetzer von Schriften , haben also auch viele Jahre sich Wissen um den Buddhismus angelernt. In den jeweiligen Zentren engagieren sich zusätzlich viele, viele ehrenamtliche Helfer und Mitglieder um bsp. die kostbaren Unterweisungen zu transkribieren, bei allen möglichen Handgriffen zu helfen oder auch bei angebotenen Studiengängen die Inhalte den Studierenden zugänglich zu machen.

Im Buddhismus wird das Prinzip des Dana gelebt,welches auf den historischen Buddha zurückgeht. So können alle Menschen,egal ob mit vielen oder wenig vorhandenen finanziellen Mitteln, Zugang zum Dharma finden. Hier findet sich somit das Prinzip der Freigebigkeit wieder. Es findet so, also eine gegenseitige Unterstützung statt, keiner wird ausgegrenzt. Und doch kann alles damit am laufen gehalten werden.
Wie Jürgen oben schreibt, ist dies hauptsächlich in Asien Tradition. Oft finden wir hier im Westen in einigen Zentren “Festpreise” für Kurse und Veranstaltungen vor. Teilweise selbst für die kleinsten Gebetsheftchen. Ich stehe dann wie perplex davor. Dharma als Festpreis, nur bei diesem einen Zentrum erhältlich und nicht für Jedermann zugänglich?

Es gibt schon auch ab und an die Möglichkeit einer Ermäßigung. Doch aus Gesprächen mit Anderen ist mir schmerzlich bewusst geworden, wie viel Kraft und Überwindung es für diejenigen manchmal braucht,um Ihre Situation darzulegen, damit Sie einen Nachlass gewährt bekommen, um an Seminaren und Kursen ebenso wie andere “Vollzahler” teilnehmen zu können. Es gibt dann auch diejenigen,die sich aus lauter Scham lieber gar nicht erst melden und ein Seminar dann für sich als nicht machbar, abhaken. Ist das nicht traurig, dass es scheint, das nicht jeder Zugang zum Dharma finden kann und diese Person dann denkt: ich kann es mir nicht leisten, sich dann sogar noch schlecht fühlt deswegen?

Buddha hat sich für jeden auf den Weg gemacht, mir ist von diesen Geschichten nicht bekannt, dass er vorher angefragt hätte, ob derjenige auch über genügend finanzielle Mittel verfügt. Woran liegt es also, diese Sache mit den Festpreisen? Liegt es an der scheinbar momentanen Mentalität der Schnäppchenjagd? Viel bekommen wollen, aber bitte möglichst wenig zahlen bzw. Geben und bitte noch mit einem “Topping” dazu? Mit dem “vermeintlich eingesparten Schnäppchen” noch schnell was anderes konsumieren?
In einer Zeit, in welcher immer mehr alles um uns herum flüchtig zu werden scheint, zu viel konsumiert, zu viel allem hinterhergejagt wird, in welcher man denkt sich gegen alles und jeden behaupten zu müssen, man am Abend des Tages so kaputt von all dieser Flut und Wucht des Lebens ist, scheint mir auch die Wertschätzung und Dankbarkeit einer solchen Degeneration zu unterliegen.

Könnten wir doch wieder innehalten und das, was uns wärmt, stärkt, uns trägt und Wurzeln gibt, wertschätzen und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, uns verbinden. In den Vollkommenheiten werden 4 Arten der Freigebigkeit gelehrt:

  1. Geben von Schutz
  2. Geben von Dharma
  3. Geben von Liebe und Zuwendung
  4. Geben von materiellen Gaben

Doch Geben ist nicht nur materielle Dinge. Das ist ganz, ganz wichtig! Im Alltag können wir bsp. auch Zeit geben, einfach mal dem anderen zu hören. Einen Kuchen backen, Essen kochen um den anderen zu entlasten. Uns ehrenamtlich engagieren. Es gibt so eine Vielzahl von Möglichkeiten. Ganz wchtig ist auch, das man geben kann durch die Kraft der Gedanken und Wünsche. Alles was heilsam ist, ist gut gegeben zu werden. Achtungsvoll und voller Dankbarkeit, möchte ich die Worte von ehrenwerter Soenam Choekyi dazu hier wiedergeben:

  • “Mann kann alle heilsamen Handlungen geben, die man in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft angesammelt hat / werden wird. Man ist in der Lage, die Samen und Eindrücke der vergangen heilsamen Handlungen, also das heilsame karmische Potential, was die Gegenwart und die Zukunft betrifft, bis hin zur Erlangung der Buddhaschaft, all das kann man geben. Also: alle heilsamen Samen der Vergangenheit, der Gegenwart und welche man in Zukunft bis zur Buddhaschaft erlangen wird, all das ist für das Geben geeignet und zwar sehr geeignet. Im Eintritt zur Erleuchtung heißt es; das heilsame bewirkt in den 3 Zeiten, werde ich ohne Bedauern geben um den Nutzen der Lebewesen zu verwirklichen.”
  • “Und auch der Lehrer Nagarjuna sagt: „ Mögen durch dieses Heilsame alle Wesen die Ansammlungen von Verdienst und Weisheit vollenden und diese beiden vortrefflichen Körper erlangen, die durch Verdienst und Weisheit entstehen”
  • “Das Geben übt man zuerst bei sich selber, dann weitet man es langsam auf die anderen aus.”
  • “So wie es in In den Sonnenstrahlen des Geistestrainings von Namkhaphäl zu den Möglichkeiten und Nutzen des Gebens u.a. heißt: Wenn man sich ab sofort in der Einstellung des Gebens übt und sich daran gewöhnt, wird diese Gewöhnung zu einem Zustand und deswegen wird man dann überhaupt keine Schwierigkeiten mehr haben. 1.) Wohlstand und Reichtum als Grundlage für die Dharmapraxis zu besitzen und 2.) alle Dinge wirklich wegzugeben, sogar den eigenen Körper.”
  • “Im Sutra über den König der meditativen Festigung heißt es: „ worüber sich ein Mensch viele Gedanken macht, dabei bleibt seine Denktätigkeit und dem neigt sich sein Geist entsprechend zu.“

Ich gebe in jedem Beitrag den jeweiligen Autor oder auch das Zentrum an. Wäre es nicht wunderbar, das Geben in all seiner Vielfalt, zu kontemplieren, zu praktizieren, sich wieder zu verbinden?

Es gibt beispielhaft (die Aufzählung ist also nicht vollständig) aber folgende Zentren, welche mir persönlich bekannt sind und welche nach dem Dana-Prinzip ausgerichtet sind: Berzin-Archiv, Theravada-Tradition, hier bsp.Metta-Vihara Haus, Bodhicarya-Berlin, das Archiv und öffentliche Vorträge des Tibetischen Zentrum Hamburg. Und Danke von ganzem Herzen für die Dharma-Notizen von ehrenwertem Geshela Thubten Ngawang, welche durch ehrenwerte Soenam Choekyi für jeden zum Nachhören erhalten werden.

Ich freue mich auch hier über Eure Zuschriften und Meinungen.

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